Deutschland ist nicht Amerika

Kommentar zum Fracking von Hannes Koch

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Von Hannes Koch

07. Mai. 2015 –

Vor Erdgasförderung mittels Fracking muss man in Deutschland keine Angst haben. Der Gesetzentwurf, der gestern erstmals im Bundestag beraten wurde, ist ohnehin schon streng. Doch die Abgeordneten werden in den kommenden Wochen weitere Verschärfungen hinzufügen. Und auch der Bundesrat, der sich am Freitag mit dem Thema befasst, wird möglicherweise zusätzliche Regeln durchsetzen.

 

Bereits die Regierung hat in ihrem Entwurf zu den neuen Bohrverfahren festgelegt, dass in jedem Fall Umweltprüfungen nötig sind. Natur- und Trinkwasserschutzgebiete bleiben ausgeklammert. Die Bohrflüssigkeit muss unschädlich sein. Und keine risikoreiche Bohrung darf stattfinden, bevor nicht mehrere Genehmigungen vorliegen.

 

Außerdem könnte es dem Bundestag gelingen, sich ein Mitspracherecht bei der Genehmigung der Fracking-Bohrungen zu erkämpfen. Bundesländer wie Bremen plädieren für einen noch besseren Schutz des Trinkwassers. Und die nordrhein-westfälische Landesregierung will eine besonders umstrittene Version des Frackings gleich ganz verbieten – ein Ansinnen, das sich am Schluss vermutlich nicht durchsetzt.

 

Trotzdem braucht man sich keine Sorgen zu machen. Deutschland ist nicht Amerika. Was in North-Dakota und Texas möglich erscheint, wird hier nicht stattfinden. Dieses Gesetz dient weder der flächendeckenden Förderung, noch dem kompletten Verbot des Frackings. Union und SPD beschreiten einen Mittelweg, der die möglichen Risiken reduziert, ohne gleich eine ganze Technologie auf den Schrotthaufen zu werfen.

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