In Bus und Bahn werden Weihnachten die Plätze knapp

Sparpreise sind kurz vor oder kurz nach den Feiertagen Mangelware. Wer nicht stehen will, sollte auf unbeliebte Reisezeiten ausweichen.

Von Wolfgang Mulke

27. Nov. 2017 – In Bussen und Bahnen wird es rund um die Feiertage eng. „Die Nachfrage ist am Freitag, dem 22. und Samstag, den 23. Dezember besonders hoch“, heißt es bei der Deutschen Bahn. Sehr viele Reisende würde auch am zweiten Feiertag und am 2. Januar des neuen Jahres erwartet. Beim Fernbusanbieter Flixbus sieht es ähnlich aus. „Die Nachfrage ist in der gesamten Weihnachts- und Neujahrszeit sehr hoch“, erläutert eine Sprecherin des Unternehmens, das erstmals auch kombinierte Bahn- und Busreisen an den Zielort anbietet.

Die Deutsche Bahn steuert ohnehin auf einen neuen Fahrgastrekord zu. Das macht sich auch bei den Fahrpreisen bemerkbar. Sparpreise wird es für die bereits gut gebuchten Züge kaum mehr geben, wie die Bahn indirekt einräumt. „Eine frühzeitige Buchung erhöht die Wahrscheinlichkeit, an weniger stark nachgefragten Tagen einen günstigen Sparpreis zu erhalten“, rät die Bahn und verspricht: „Alles, was rollen kann, wird rollen.“

Die meisten Passagiere buchen ihre Fahrscheine mittlerweile über das Internetportal der Bahn oder über die Smartphone-App. In der Voreinstellung ist die Suche nach den schnellsten Verbindung angekreuzt. Um alternative Angebote zu vollen und teuren Zügen zu finden, kann der Nutzer dieses Häkchen entfernen. „Dann werden neben ICE auch verstärkt Intercity-Züge angezeigt oder eine anderen Streckenführung angeboten“, verspricht die Bahn. So finden Reisende auch Züge, die später ausgebucht sind als die schnellsten Verbindungen. Zwischen Frankfurt und Köln zeigt das System dann beispielsweise die später ausgebuchten Züge über die langsamere Rheinstrecke an.

Ein zweiter Tipp ist eine Buchung von Fernfahrten bis zum 9. Dezember. Denn am Tag darauf tritt der Winterfahrplan in Kraft, womit auch Preiserhöhungen in Kraft treten. Der Flexpreis, früher Normalpreis geheißen, erhöht sich ab dem 10. Dezember um durchschnittlich knapp zwei Prozent. Das gilt auch für die dann in den Regelbetrieb gehende Schnellverbindung zwischen Berlin und München. Die Bahn rät darüber hinaus zum Kauf einer Platzkarte für den gewünschten Zug. Die Sitzplatzreservierung kostet in der zweiten Klasse pro Fahrt 4,50 Euro. In der ersten Klasse ist die Reservierung im Preis enthalten.

Bei Flixbus werden die Preise etwas anders als bei der Deutschen Bahn erhoben. „Das Preissystem ist vergleichbar mit dem der meisten Airlines“, erläutert die Sprecherin, „wer früher bucht, fährt günstiger.“ Es gebe auch begrenzte Sparpreiskontingente, deren Ticketpreise sich mit zunehmender Auslastung dem Normalpreis nähern. Das Unternehmen will an den Feiertagen zahlreiche Zusatzbusse und einen häufigeren Takt fahren lassen.

Der Fast-Monopolist im Busverkehr will Weihnachten auch in das Geschäft mit kombinierten Reisen mit Bahn und Bus begeben. Am 22. Dezember wird die Zugverbindung zwischen Hamburg und Köln mit dem HKX-Express wieder aufgenommen. Tickets für diesen Zug, der zunächst nur über die Feiertage und den Jahreswechsel ins Angebot genommen wird, können über die Online-Plattform von Flixbus gebucht werden.

Übernommen hatte Flixbus in diesem Jahr auch den insolventen Bahn-Konkurrenten Locomore, der die Strecke zwischen Berlin und Stuttgart im Angebot hat. Nach Angaben des Unternehmens ergänzen mittlerweile Anschlussverbindungen mit dem Fernbus das Bahnangebot. „Besonders Gäste aus Hamburg, Bremen, Kassel, Frankfurt, Heidelberg und Stuttgart profitieren so von optimalen Fahrzeiten“, verspricht Flixbus. Der Marktführer der Branche baut sein Netz weiter aus. So können Reisende über die Feiertage auch Skigebiete in Österreich direkt erreichen.

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