Wieder einmal geht die Angst um in Deutschland. Das ist hierzulande fast ein Reflex, wenn der technische Fortschritt einen großen Schub verheißt und nicht ganz klar ist, in welche Richtung es geht. Statt der Chancen, werden vor allem die Risiken gesehen. Diesmal ist es die künstliche Intelligenz, die spätestens mit dem ersten öffentlichen Start des Programms ChatGPT Ende 2022 einen Hinweis gab, was künftig möglich sein kann. Inzwischen liefern derartige Programme nicht nur Präsentationen, Briefentwürfe und Fotos, sondern ganze Filme, analysieren Maschinendaten und optimieren Produktionsflüsse. Etwa ein Drittel der Deutschen fürchtet nach einer Umfrage, durch KI den Arbeitsplatz zu verlieren.
Ja, es werden – wie immer bei solchen Technologieschüben – Jobs wegfallen, dafür entstehen zahlreiche neue. Das zeigt zum Beispiel der Wandel von der Kutschproduktion zur Autoindustrie oder die Einführung von Computern. Was alles möglich ist mit der KI-Technologie, ist vermutlich ohnehin erst in Ansätzen bekannt. Interessant ist deshalb eine andere Zahl: 62 Prozent der Bundesbürger erwarten, ihren Arbeitsplatz zu behalten.
Sie sollten sich darauf einstellen, dass er sich kräftig wandelt, weil die KI Arbeit abnimmt und neue Aufgaben ermöglicht. Das lässt sich bei Informatikern sehen, ein Berufszweig, der die Chancen von Technik tendenziell sofort ergreift. ChatGPT etwa schreibt auf Anweisung große Teile der Software. So bleibt mehr Zeit, den richtige Lösungsansatz für ein Problem zu finden – zum Beispiel die künftige Bettenbelegung eines Krankenhauses vorherzusagen anhand von historischen Daten, Wetterwerten und anderen Informationen. Die KI kann helfen. Die Idee muss der Mensch haben, Angst aber nicht.