Hilfe, kein Schutz

Schwere Unwetter haben im vergangenen Jahr Gebäude und Fahrzeuge in Deutschland beschädigt. Die Schäden beliefen sich auf 5,7 Milliarden Euro, 800 Millionen Euro mehr als 2023. Die Naturgewalten schlagen wegen des Klimawandels immer stärker zu. Wer nicht versichert ist, kann nur auf die Hilfe des Staates hoffe. Deshalb fordern Politiker seit Jahren, eine private Pflichtversicherung wie in Frankreich. Mehr Eigenvorsorge ist löblich. Doch sie löst das zugrunde liegende Problem nicht.

Vor allem Bayern und Baden-Württemberg traf es der Statistik nach. Dass beide Bundesländer besonders von Starkregen, Hochwasser und Hagel betroffen sind, bedeutet das nicht. Die Zahlen zeigen erst einmal nur, wo Schaden angemeldet wird. Dafür ist ein Versicherungsvertrag nötig und den hat in Deutschland nicht jede und jeder – anders als etwa eine Kranken- oder Haftpflichtversicherung. In Bayern läuft seit 2017 eine staatliche Kampagne für entsprechende Versicherungen, in Baden-Württemberg bestand bis 1994 eine Versicherungspflicht, dort dürfte es viel Altverträge geben und das Bewusstsein für einen entsprechenden Schutz. Das zahlt sich dann heute aus.

Allerdings hilft eine solche Versicherung nur, Schäden zu regulieren. Sie schützt nicht vor den Schäden an sich. Eine Pflichtversicherung kann verhindern, dass die Menschen etwa nach einer Überschwemmung vor dem Nichts stehen und auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Die Wassermassen zurückhalten, kann sie nicht. Nötig sind zum Beispiel bessere Hochwassermaßnahmen, Bauvorschriften, die für gefährdete Regionen angepasst sind und Maßnahmen, die allgemein den Klimawandel bremsen können. Und da ist dann doch wieder der Staat gefordert.