682.458 Dollar Vermögen pro Minute

Unsichere Zeiten bieten wirtschaftlich angeblich reichlich Chancen. Danach war 2025 ein gutes Jahr, um viel Geld zu verdienen. Für einige waren sogar rund 682.458 Dollar oder 581.577 Euro drin. Um so viel erhöhte sich das Vermögen der reichsten 25 Familien der Welt pro Minute, wie aus Zahlen der US-Nachrichtenagentur Bloomberg hervorgeht. Mit dabei sind auch zwei deutsche Dynastien.

Den superreichen Familien ging es finanziell sehr gut, wie Bloomberg herausfand. Ihr Vermögen stieg bis Anfang Dezember um insgesamt 358,7 Milliarden Dollar auf 2,9 Billionen Dollar, eine Zahl mit zwölf Nullen und etwas weniger als das Bruttoinlandsprodukt von Frankreich. Sie profitierten unter anderem von steigenden Börsenkursen, der Nachfrage nach Rohstoffen und der Erfahrung, wie aus viel noch mehr wird. Das Plus fällt allerdings geringer aus als 2024 (406,5 Milliarden Euro).

Jedes Jahr untersucht Bloomberg, welche Familien der Welt die reichsten sind. Betrachtet werden nur jene, deren Gründer nicht mehr leben. Der US-Unternehmer Elon Musk, reichster Mensch der Welt, oder Amazon-Gründer Jeff Bezos stehen deshalb nicht auf der Liste. Ebenfalls nicht dabei sind Einzelerben und Familien, bei denen zu unklar oder unübersichtlich ist, woher der Reichtum genau stammt.

Einige der Werte sind geschätzt, etwa wenn Unternehmen nicht börsennotiert sind. Zudem ist die Liste ist nicht ganz genau, weil sich vor allem bei den Familien aus den arabischen Staaten nicht genau sagen lässt, wie reich sie tatsächlich sind. Alle Vermögen werden in Dollar umgerechnet, um sie vergleichen zu können.

Allen Superreichen machten die Zollkapriolen des US-Präsidenten Donald Trump offenbar weniger zu schaffen, als viele dachten. Auch die Konsumzurückhaltung vieler Normalverdiener drang in den luftigen Höhen der Multimilliardäre kaum durch, ebenso wenig das Kräftemessen zwischen den USA und China oder der Krieg Russlands gegen die Ukraine.

Reichste Familie der Welt sind die Waltons, Erben des Gründers der Supermarktkette Walmart. Ihr Vermögen belief sich auf 513,4 Milliarden Dollar. Sie verzeichneten auch das größte Plus unter den Superreichen: rund 81 Milliarden Dollar mehr als 2024. Auf dem zweiten Platz führt die Bloomberg-Liste die Familie Al Nahyan (Abu Dhabi) mit 335,9 Milliarden Dollar vor den Al Sauds (Saudi-Arabien) mit 213,6 Milliarden Dollar. Dank eines Vermögenszuwachses von 73,6 Milliarden Dollar überholten die Saudis in diesem Jahr die Familien Al Thani (Katar), Hermès (Frankreich, Luxusgüter) und Koch (USA, Energie, Chemie, Konsumgüter).

Reichste deutsche Familie in diesem Jahr sind die Quandt-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt. Bloomberg schätzt ihr Vermögen auf 61,3 Milliarden Dollar, was für Rang 15 reicht. Den beiden gehört unter anderem rund die Hälfte des Autobauers BMW. Dank eines Vermögenszuwachses von 15,3 Milliarden Dollar stiegen sie von Rang 18 auf.

Abwärts ging es für die Albrechts, Erben des Aldi-Imperiums (Aldi Süd, Aldi Nord, Traders Joe). Bloomberg führt sie in diesem Jahr auf Rang 19 (Vorjahr 12). Ihr Vermögen schrumpfte um fünf Milliarden auf 55,2 Milliarden Dollar. Die Familie ist eine von drei in der Liste, die 2025 über weniger Geld verfügten als 2024.

In diesem Jahr waren 46,4 Milliarden Dollar Vermögen nötig, um zu den reichsten 25 Familien zu gehören. Für die Erben des Pharmaunternehmers Boehringer reichte es deshalb mit 43 Milliarden Dollar nicht mehr, sie schieden aus der Liste aus.

Neu dabei sind die Larrea Mota Velascos (Mexico, Rang 17) und Luksics (Chile, Rang 25). Beide Familien gebieten jeweils über verschiedene Bergbaufirmen und sind groß im Kupfergeschäft. Ebenfalls neu dabei ist die italienische Familie Del Vecchio (Italien, Rang 18), denen der Brillenhersteller EssilorLuxottica (Ray-Ban) gehört. Das Unternehmen setzt unter anderem auf Brillen mit künstlicher Intelligenz, was den Aktienkurs rasant steigen ließ. Sollte sich KI tatsächlich als Finanzblase erweisen, könnte es allerdings im nächsten Jahr auch wieder vorbeisein mit dem Platz unter den reichsten 25.