Für Deutschlands Autofahrer wird dieser Mittwoch bitter. Diesel und Benzin werden deutlich teurer, weil der staatliche Tankrabatt nach zwei Monaten entfällt. Ob der Liter gleich rund 17 Cent mehr kostet, ist noch unklar. Aber die Mineralölkonzerne werden den Kunden auch nichts schenken. Selbst Preise über zwei Euro je Liter sind wieder möglich. Keine guten Aussichten für die Ferienzeit, die jetzt beginnt.
In den vergangenen Wochen sind die Spritpreise kontinuierlich gesunken. Waren für einen Liter Diesel am 7. Apil rund 2,24 Euro fällig, waren es nach Zahlen des ADAC vergangenen Freitag 1,85 Euro. E10 kostete nach dem Spitzenwert von 2,19 Euro am 6. April zuletzt 1,77 Euro. Das entspricht ungefähr den Werten vom Februar.
Am Montagmittag allerdings hatten die Preise schon wieder angezogen. Tankerkönig.de meldete ein Liter Super E10 für im Schnitt 1,99 Euro, Diesel 1,94 Euro. Nun dürfen die Anbieter die Preise immer um 12 Uhr anheben, danach aber nicht mehr. Bis zum Abend wird es meist billiger. Doch ohne Tankrabatt dürften die zwei Euro schnell wieder überschritten sein.
Die Bundesregierung hatte den Tankrabatt im April beschlossen, um die Haushalte zu entlasten, die auf Autofahren angewiesen sind. Nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran Ende Februar war der Ölpreis kräftig gestiegen, weil Tanker die wichtige Straße von Hormus nicht mehr passieren konnten. Auch drohte ein größerer Konflikt, der andere Ölförderländer in der Region betroffen hätte. Benzin und Diesel verteuerten sich drastisch auf weit über zwei Euro.
Der Bundestag senkte die Energiesteuern zum 1. Mai, einschließlich der geringeren Mehrwertsteuer ergab sich so eine Ersparnis von rund 17 Cent je Liter. Die Kosten schätzte die Bundesregierung auf bis zu 1,6 Milliarden Euro – entgangene Steuern.
Auch wenn die Mineralölkonzerne den Rabatt am Anfang zögerlich weitergaben, insgesamt profitierten die Autofahrer, wenn auch nicht voll. Bei Super E10 gaben die Unternehmen 16 Cent weiter, wie das Ifo-Institut in München ermittelt hat. Beim Diesel waren es nur rund zwölf Cent.
Ohne den Tankrabatt hätte der Preis für den Liter Superbenzin noch den gesamten Juni hindurch im Tagesdurchschnitt wohl über zwei Euro gelegen“, sagt Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo Zentrums für Finanzwissenschaft. Die Forscher verglichen in einem komplizierten Modell die Preise für Sprit in Deutschland mit denen in Frankreich, wo es keinen Rabatt gab.
Die Mineralölindustrie selbst hatte schon Ende Mai erklärt, den Tankrabatt vollständig weitergegeben zu haben. Allerdings gibt es immer wieder Zweifel. Die Branche ist schnell mit Preiserhöhungen, Preissenkungen dauern allerdings meist.
Wie sich die Spritpreise in der Sommerferienzeit verändern, ist unklar. Das hängt wesentlich davon ab, ob sich Iran und USA auf einen Frieden verständigen und die Straße von Hormus wieder befahrbar wird. Zuletzt vereinbarten beide Seiten einen Waffenstillstand, den sie aber regelmäßig gebrochen haben.