Bezahlen kann so einfach sein. Geldscheine mit dem Zauberstift in die Luft malen, den richtigen auswählen und die Koboldfrau Buba reicht Troll die Goldstreuseltorte über den Tresen. Leider sieht die Realität etwas anders aus als im neuen kostenlosen Buch der Bundesbank, mit dem Kinder etwas über Bezahlen lernen sollen.
Wichtel, Trolle und Kobolde bevölkern die Welt in „Geli Geldgespenst – Einkauf in der Krümelstube“. Es geht um die verschiedenen Arten zu bezahlen. Und Geli bringt dank den Tipps von Opa Oli und einem Besuch im Digi-Tal auch beeindruckend viele Geräte mit, um Schoko-Sterne zu bezahlen.
Wer täglich etwas kauft und bar oder mobil bezahlt, macht sich darüber keine Gedanken mehr. Bei Kindern ist das anders. Die Bundesbank möchte das Thema im Grundschulalter spielerisch nahebringen. Neben den Bezahlarten wird auch noch die Euro-Zone erklärt. Und es gilt, einige Rätsel zu lösen.
Geschrieben hat die sehr vergnügliche Geschichte Laura Ferfort. Sie arbeitet in der Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Bundesbank, profitierte also von Geldfachwissen. Es ist ihr erstes Buch. Besonderen Spaß hatte sie daran, die Figuren anzulegen, ihnen Charakterzüge zu geben, in denen sich Kinder wiederfinden können. Illustratorin Sophia Stefani bringt sie zum Leben.
Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), taucht in dem Buch nicht auf. Wobei schon interessant wäre, ob sie eher Troll oder Wichtel ist. Schließlich kümmert sie sich um die europäische Einheitswährung. Die Figuren im Buch haben allerdings bewusst keine Vorbilder im Hier und Jetzt. Also findet sich im Troll Fred, der das Aus für Scheine und Münzen fürchtet, auch keine Spur von „Mister Bargeld“ Burkhard Balz. Der langjährige Bundesbank-Vorstand hörte Ende August auf.
Die Bundesbank will mit der Geschichte zeigen, „wie vielfältig Bezahlen ist und, dass für alle Fantasiewesen im Buch und alle Menschen in der Realität unterschiedliche Bezahlarten ihre Berechtigung haben.“ Ob mit Bargeld, der Karte oder künftig vielleicht mit dem digitalen Euro in einer digitalen Geldbörse sei kein Entweder-oder.
Gedruckt wurden 40.000 Exemplare. Sie werden kostenlos bei verschiedenen Veranstaltungen der Bundesbank verteilt, etwa beim Tag der Einheit Anfang Oktober in Bremen oder auf der Buchmesse in Frankfurt. Außerdem ist das Abenteuer online verfügbar, wo sich auch bequem vor- und zurückblättern lässt. Das Buch ist gebunden, hat 45 Seiten und ein handliches Taschenbuchformat.
Von der Idee bis zum fertigen Buch dauerte es rund ein Jahr. Die Bundesbank arbeitete mit dem Hamburger Carlsen Verlag zusammen. Es ist das dritte Mal, dass die Bundesbank ein Kinderbuch herausbringt. Die Vorgängerbände „Dem Geld auf der Spur“ (2014) und die Neuauflage „Die Geldexperten“ (2021) waren Detektivgeschichten. Es ging um Falschgeld und die Arbeit der Bundesbank.
An den Tücken des europäischen Alltags kommen auch die Figuren im Buch nicht vorbei. Wichtel Edi, ein großer Technikfreund, versucht es mit magischen Euros aus seiner Uhr, doch leider muss er ohne Mond-Muffins gehen. Trotz Arbeit mit Schere, Kleber und Hammer sind sie in der Wichtelwerkstatt, die sehr verdächtig wie die EZB aussieht, noch nicht ganz fertig mit den digitalen, Moment, magischen Euros.
Und auch die mit Zauberstift gemalten Scheine sind nicht so stabil wie sie sollten. Als Troll Fred sich mit einem die Nase putzt, zerreißt er. Dann doch lieber Goldstreuselkuchen. Wobei: Die EZB sollte solche Tests für die Stabilität der nächsten Banknoten-Serie noch einmal genauer ansehen.