Rund 14 Millionen Bundesbürger müssen zum 1. Januar 2027 mehr für den Nahverkehr bezahlen. Das Deutschland-Ticket kostet dann 66,80 statt 63 Euro. Vor allem die höheren Preise für Diesel schlagen auf die Monatskarte durch, mit der sich der gesamte Nahverkehr zwischen Flensburg und Berchtesgaden, Trier und Görlitz nutzen lässt. Genauer: Der Weltmarkt, auf dem der Sprit gehandelt wird, verteuert Busfahren in Deutschland. Würden mehr Busse elektrisch unterwegs sein, wäre das nicht in dem Umfang passiert.
Deutschland muss fossile Brennstoff einführen, ist deshalb abhängig von Krisen und Spekulation. Politiker in Bund, Ländern und Gemeinden müssten alles daransetzen, die Situation zu ändern. Stattdessen fördert der Bund zum zweiten Mal Autofahren mit Verbrenner über einen Tankrabatt, von dem fast alle Experten abrieten. Es profitieren besonders Wohlhabende mit großen Autos, Raffineriebetreiber und Ölkonzerne.
1,6 Milliarden Euro kostete der Tankrabatt im Frühjahr, jetzt sollen es bis zu 2,5 Milliarden Euro für zwei Monate sein. Das Geld wäre im Nahverkehr sicher zukunftsträchtiger investiert: Sauberere Fahrzeuge, mehr Angebot auch auf dem Land, effizientere Zusammenarbeit der Anbieter.
Vermutlich sollten die Bundesbürger einfach demütig sein. Immerhin gibt es das Deutschlandticket noch. Es ist eine der bedeutenden Innovationen der vergangenen Jahre, hat es doch die undurchschaubare Kleinstaaterei im Nahverkehr beendet. Das ließe sich mit vorausschauender Politik zum Wohle aller ausbauen. Stattdessen wird wieder nur über Kosten diskutiert. Schade.