Kategorie: Gesellschaft

  • "Das Realsplitting ist eine Steuererhöhung"

    Im Interview: Katharina Wrohlich „Es geht um ein Bündel von Zielen“ Katharina Wrohlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist eine der Autorinnen eines Gutachtens über die Wirkung der Familienpolitik. Die 36-jährige Volkswirtin hält Reformen für notwendig. Frage: Frau Wrohlich, sind Sie eigentlich sauer auf Familienministerin Kristina Schröder, weil sie das Gemeinschaftsgutachten zur Familienpolitik ganz Weiter lesen

  • „Utopie einer lebbaren Stagnation“

    Warum reden die Parteien kaum über Fortschritt? Sie haben genug damit zu tun, Rückschritte zu vertuschen, sagt Soziologieprofessor Claus Offe Friedrichstraße in Berlin: Draußen trubelt der Tourismus- und Einkaufsverkehr, drinnen sitzt Claus Offe in seinem mit Stapeln von Papier, Büchern, Broschüren, Aktenordnern gut gedämmten Uni-Büro und formuliert ein paar grundlegende Gedanken. Dabei geht es nicht Weiter lesen

  • „In Krisen nimmt das Gefühl für Ungerechtigkeit ab“

    Jürgen Schupp erforscht das Glück der Deutschen. „So zufrieden wie vor 30 Jahren sind wir heute nicht“ Hannes Koch: Für die Zeit nach der Bundestagswahl versprechen die Parteien, den Strompreis zu deckeln, die Steuern wahlweise zu erhöhen oder zu senken. Spielen die Aussichten auf solche finanziellen Vor- oder Nachteile eine Rolle dafür, ob die Deutschen Weiter lesen

  • Das Auto sucht sich selbst den Parkplatz

    Die Vision selbstfahrender Autos wird langsam Wirklichkeit. Die „Daimler und Benz Stiftung“ rechnet mit beträchtlichen Folgen für Mensch und Gesellschaft Bedächtig kurvt das die wuchtige Daimler-Limousine durch den Kreisverkehr, hält korrekt an einer Ampel und schlängelt sich sicher durch den Mannheimer Großstadtverkehr. Über 103 Kilometer führt die in diesem Sommer heimlich angetretene Fahrt nach Pforzheim. Weiter lesen

  • Plädoyer für den Rückzug vom Land

    Soll man Dörfer in dünn besiedelten Regionen abbauen? Töpfer rät, Anspruch gleichwertiger Lebensverhältnisse aufzugeben Das Leben auf dem Land und in vielen kleinen Dörfern dürfte in den kommenden Jahrzehnten deutlich unbequemer werden. Wegen des Rückgangs der Bevölkerung sei die teure öffentliche Infrastruktur dort bald nicht mehr zu finanzieren. Auf diese Botschaften läuft die neue Studie Weiter lesen

  • Kinder schaffen mehr in derselben Zeit

    Die Computer- und Internetnutzung nimmt zu, aber das Lesen gedruckter Bücher und Zeitschriften nicht ab Unsere Kinder werden effizienter. Sie schaffen es, mehr Beschäftigungen als früher in der zur Verfügung stehenden Zeit zu erledigen. So nimmt die Intensität zu, mit der Kinder das Internet nutzen. Gleichzeitig lesen sie aber nicht weniger gedruckte Bücher und Zeitschriften. Weiter lesen

  • Der Staat als Haschisch-Händler

    Berlin-Kreuzbergs grüne Bürgermeisterin Monika Herrmann einen staatlich kontrollierten Marihuana-Laden eröffnen Der Junge mit der schwarzen Haut sagt, er heiße Maurice. Gerade amtiert er als inoffizieller Pförtner an diesem Eingang des Görlitzer Parks in Berlin-Kreuzberg. Der 20Jährige in ärmellosem weißem Unterhemd und kurzer Khakihose sitzt auf einem wackeligen Plastikstuhl, seine Füße hängt er in das Wasser Weiter lesen

  • Bürgerbeteiligung ohne Bürger

    Jeder kann in die Planung der neuen Stromtrassen eingreifen, aber fast niemand tut es. Ein Praxischeck Eigentlich könnten die Bürger jetzt mal richtig Alarm machen. Und auch etwas erreichen. Tun sie aber nicht. Bei dieser Dialogveranstaltung zum Bau der neuen Stromleitungen durch Deutschland sind nur zwei Personen erschienen, die ihre Interessen selbst vertreten. Die übrigen Weiter lesen

  • Scheidung ohne Rosenkrieg

    Die Auflösung einer Ehe im Einvernehmen ist viel billiger als Streit vor Gericht Die Trennung vom Ehepartner gehört für viele Menschen zu den schmerzhaftesten Erlebnissen des Lebens. In finanzieller Hinsicht haben sie es freilich selbst in der Hand, die Nachteile einigermaßen in Grenzen zu halten. Wenn man trotz der emotionalen Verletzungen in der Lage ist, Weiter lesen

  • Unvermeidbare Ungerechtigkeit

    Kommentar zum Kinderbett von Hannes Koch An harten Entscheidungen kommen Politiker, die den Sozialstaat gestalten wollen, meist nicht vorbei. Was gehört zum menschenwürdigen Existenzminimum, was ist schon bescheidener Wohlstand – eine Harke, um Gartengemüse zu ziehen, die Reinigung des Wintermantels, ein Laib guten Brotes? Für solche Dinge erhalten Hartz-IV-Empfänger heute kein Geld. Sie müssen mit Weiter lesen

  • Jobcenter muss Kinderbett bezahlen

    Urteil des Bundessozialgerichtes. Wohlfahrtsverband fordert höhere Grundsicherung Ob Hartz IV zum Leben ausreicht, ist eine umstrittene Frage. Dass die staatliche Basisleistung von derzeit maximal 382 Euro monatlich zu knapp bemessen sein könnte, deutet nun eine grundsätzliche Entscheidung des Bundessozialgerichts an. Die Richter in Kassel urteilten, dass das Jobcenter das neue Kinderbett für einen dreijährigen Jungen Weiter lesen

  • Keine Reform ohne Verlierer

    Kommentar zur Familiensteuer von Hannes Koch Ohne Verluste wird die Reform der Familienbesteuerung nicht ablaufen. Manche Paare und Haushalte könnten irgendwann nach der Bundestagswahl höhere Steuerbescheide erhalten als heute. Wenn CDU-Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble oder Arbeitsministerin Ursula von der Leyen davon sprechen, ein neues Familiensplitting einzuführen, sollte man diese Möglichkeit zumindest einkalkulieren. Die zusätzlichen steuerlichen Vergünstigungen Weiter lesen

  • Zwei auf einen Streich

    Finanzminister Wolfgang Schäuble öffnet die Union im Familien- und Steuerrecht für die Zukunft Gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern sollen bei der Steuer gegenüber heterosexuellen Familien nicht länger benachteiligt werden. Das hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgeschlagen – und trägt dazu bei, das Programm der Union gleich in zweierlei Hinsicht zu modernisieren. Erstens geht es um die Weiter lesen

  • "Erst mit Druck wird sich etwas ändern"

    Interview Dr. Antje von Dewitz leitet das Familienunternehmen Vaude Sport im schwäbischen Tettnang, das sie 2009 von ihrem Vater übernommen hat. Die 40-jährige Unternehmerin ist Mutter von vier Kindern. Sie legt besonderen Wert auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen und eine ökologisch nachhaltige Produktion der Outdoor-Sportausrüstungen. Frau von Dewitz, wie wichtig sind Frauen und Mütter in Spitzenpositionen als Weiter lesen

  • Erfülltes Leben statt ständiges Wachstum

    Ecuadors Präsident Correa: teilweise Abkehr vom westlichen Wohlstands- und Fortschrittsmodell Sehr verlockend klingt, was die lateinamerikanischen Länder Ecuador und Bolivien in ihre Verfassungen geschrieben haben. Den Einwohnern wollen sie ein „gutes, erfülltes Leben“ ermöglichen. Rafael Correa, der Präsident Ecuadors, ist einer der prominentesten Protagonisten einer teilweisen Abkehr vom westlichen Werte- und Wohlstandsmodell – am Dienstag Weiter lesen

  • Wachstum alleine reicht nicht

    Der Bundestag entwickelt einen neuen Maßstab, um Fortschritt und Lebensqualität zu messen Vielleicht wird man diesen Bericht später als Zeichen eines Epochenwechsels betrachten. Das Bruttoinlandsprodukt – der Geldwert der produzierten Waren und Dienstleistungen – gilt nun nicht mehr als beherrschendes Maß für das Wohlergehen der Menschen in Deutschland. Weitere offizielle Indikatoren treten hinzu, um die Weiter lesen

  • „Europa darf kein Freilichtmuseum werden“

    Gegen die Wachstumsskeptiker in der eigenen Partei sagt Böll-Stiftung-Vorstand Ralf Fücks: „Wir müssen Innovationen beschleunigen, nicht bremsen“ Hannes Koch: Viele Menschen glauben nicht mehr daran, dass es ihren Kindern besser gehen wird als ihnen selbst. Sie sind optimistischer, wie man in Ihrem neuen Buch „Intelligent Wachsen“ liest. Warum? Ralf Fücks: Ich kann die Endzeitstimmung, die Weiter lesen

  • „Leiharbeiter fühlen sich wie Menschen zweiter Klasse“

    Interview mit dem Katholischen Betriebsseelsorger Erwin Helmer: St. Prekarius kämpft gegen unsoziale Arbeitsverhältnisse Hannes Koch: Die Osterfeiern zur Kreuzigung und Auferstehung Jesu gehören zu den wichtigsten Festen des Christentums. Spielen solche Traditionen eine Rolle, wenn Sie als katholischer Betriebsseelsorger in die Unternehmen gehen? Erwin Helmer: Klar, unser Glaube ist die Grundlage unserer Arbeit. Aber wir Weiter lesen