Grün zieht an

Gegen den Trend: Der Umsatz der Naturtextilwirtschaft steigt.

Von Hanna Gersmann

21. Jan. 2015 –


Schuhe aus Kork, Unterwäsche aus Hanf, rückenfreie Hochzeitskleider aus Ökostoff –  der Markt für grüne Mode wächst und hat nichts mehr zu tun mit dem Grobstrick von früher. Das zeigt sich diese Woche auf der Ethical Fashion Show in Berlin. Die Alternativ-Messe ist eine von vielen bei der Berliner Fashion-Week, die als Gipfeltreffen der deutschen Modeszene gilt.

Immer mehr Verbraucher legen Wert auf Öko-Standards und auf Mode, die sich man auch in mehreren Jahren noch tragen kann. Der Umsatz der deutschen Naturtextilwirtschaft sei seit dem Jahr 2000 jedes Jahr im Schnitt um 5 Prozent gewachsen, sagte Heike Scheuer vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft am Mittwoch. Sie beruft sich auf eine Datenerhebung innerhlab ihres Verbands. Ihr Vergleich: Der Umsatz der Hersteller und Händler von konventioneller Mode in Deutschland sei im selben Zeitraum jährlich um zwei Prozent geschrumpft. Mittlerweile böten auch Ketten wie C+A oder H&M und Lebensmittelmärkte wie Aldi, Lidl oder Rewe Textilien an, die ökologischer seien als herkömmliche Ware.

Anders als bei Biolebensmitteln, bei denen es einheitliches EU-Siegel gibt, gibt es bei der Ökomode noch keine verbindlichen Standards. Dafür zeichen rund 120 verschiedene Siegel weltweit angeblich Ökokleidung auszeichnen. Als sehr anspruchsvoll für Naturfasern gelten der Globale Organic Textile Standard, GOTS, und der IVN Best. Für Kunstfasern gilt das Bluesign-Siegel als am fortschrittlichsten. Und wer auf faire Arbeitsbedingungen wert legt, sollte zudem auf Fairtrade Cotton achten oder darauf, ob die Hersteller der Fair Wear Foundation angehören.

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