Inhalt

  • Erster Teil – Der Markt

    • Entwurzelte Unternehmen – Das Vertrauen in die Wirtschaft schwindet
    • Eine Frage des Überlebens – Warum Firmen sozialen und ökologischen Mehrwert erwirtschaften

  • Zweiter Teil – Die Sinnsucher

    • Der Missionar – Günther Cramer, Solarfirma SMA
    • Die Problemlöserin – Konstanze Frischen, Gründerfonds Ashoka
    • Der Ästhet – Götz Werner, dm-drogerie markt
    • Der Erzieher – Jochen Hahne, Wilkhahn Büroeinrichtungen

  • Dritter Teil – Die Globalisierer

    • Der Grüne – Michael Otto, Otto Gruppe
    • Der Herr – Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell, Faber-Castell
    • Die Luxuriöse – Marli Hoppe-Ritter, Ritter Sport
    • Der Nachdenker – Ulrich Lehner, Henkel

  • Vierter Teil – Die Mächtigen

    • Der Mittelstürmer – Jürgen Stellpflug, ÖKO-TEST
    • Der Demokrat – Andrew Murphy, Investmentfirma Murphy&Spitz

  • Fünfter Teil – Neue Regeln

    • Die Politisierung der Ökonomie – Abschied von der Beliebigkeit
    • Es müssen mehr werden – Politik für Soziale Kapitalisten

  • Anhang
  • Dank
  • Literaturverzeichnis
  • Register

Vorwort

Gute Unternehmer – gibt es die wirklich? Ja, diese Spezies existiert, aber sie befindet sich in der Minderheit. In der öffentlichen Debatte kommt sie nur selten vor. In diesem Buch geht es um Firmen, die zumindest einen Teil ihres Geldes auf verantwortliche Weise erwirtschaften. Die Mehrheit der großen Unternehmen unterstützt zwar der Wohltätigkeit halber Kindergärten, Museen oder städtische Opernhäuser. Das ist schön, reicht aber nicht. Die Sozialen Kapitalisten gehen weiter: Aus Überzeugung gestalten sie ihr Kerngeschäft nach besseren Regeln. Sie behandeln ihre Beschäftigten anständig, zahlen vernünftige Löhne, beteiligen die Belegschaft am Gewinn oder gehen sorgsam mit den natürlichen Ressourcen um. Die hier porträtierten zehn Unternehmerinnen und Unternehmer führen sich nicht auf wie die Ackermänner dieser Republik und die Heuschrecken, von denen SPD-Politiker Franz Müntefering befürchtet, dass sie das Land abgrasen und eine Wüste hinterlassen.

Die soziale Marktwirtschaft besteht nicht nur aus guten, öffentlichen Krankenhäusern, vernünftigen Schulen und einem gerechten Steuersystem, in dem die Wohlhabenden einen größeren Teil der Lasten tragen als die kleinen Leute. Zu einer Wirtschaftsform, die sozialen Ausgleich leistet, gehören auch Firmen, die ihren Beschäftigten gute Gehälter bieten, T-Shirts nicht von indischen Sklavenarbeitern herstellen lassen und das Klima nicht zugrunde richten. Die vergangenen 30 Jahre waren eine schlechte Zeit für die soziale Marktwirtschaft. Das hat mit der Globalisierung zu tun: Den transnationalen Konzernen sind auf dem neuen, allumfassenden Weltmarkt sehr viel geringere Grenzen gesetzt, als dies im nationalen Rahmen früher üblich war. Die guten Unternehmer beweisen aber, dass man diese Regellosigkeit nicht akzeptieren muss. Sie praktizieren vielmehr eine Alternative zur wertfreien Ökonomie des Neoliberalismus. Die Sozialen Kapitalisten sind Vorbilder – nicht nur, weil sie versuchen, sozial- und umweltverträglich zu produzieren, sondern auch, weil sie ihre Gewinne auf eine moderne Art erzielen. Betriebswirtschaftlich sind sie erfolgreich, gerade weil sie verantwortlich arbeiten – und nicht, obwohl sie höhere soziale und ökologische Standards anwenden.

Die Sozialen Kapitalisten bedienen einen wachsenden Markt für umwelt- und sozialverträgliche Produkte. Mehr Menschen als früher verlangen Biolebensmittel oder Autos, die weniger Abgase ausstoßen, oder Sportschuhe, deren Produzenten Mitglied in der Gewerkschaft sein dürfen, auch wenn sie in Malaysia leben. Diese Haltung zeitgenössischer Konsumenten beschreiben Markt- und Trendforscher neuerdings als »Lifestyle of Health and Sustainability« – als gesunden und nachhaltigen Lebensstil. Gutes tun beim Shoppen: Genau dieses Bedürfnis bedienen die Sozialen Kapitalisten.

Ein gutes Produkt enthält heute moralischen Mehrwert. Das haben die guten Unternehmer verstanden, und langsam zieht diese Botschaft Kreise. Aber es könnte schneller gehen. Auch heute hat die Politik Möglichkeiten, um einzugreifen – und der Einzelne sowieso. Sorgen wir dafür, dass es mehr Soziale Kapitalisten gibt!

Hannes Koch, Berlin im Oktober 2007

ISBN

Hannes Koch
Soziale Kapitalisten – Vorbilder für eine gerechte Wirtschaft

ISBN 978-3-86789-016-8
1. Auflage
© 2007 by Rotbuch Verlag, Berlin
192 Seiten, 19,80 EUR